29.12.2025

Was 2026 wichtig wird und warum digitale Gebäude Teil der Lösung sind

Von

Dr.-Ing. Johannes Fütterer

Jahresanfänge sind traditionell gefüllt mit Trendlisten. Doch statt über „Top Ten Prognosen“ zu spekulieren, möchte ich vier klare Überzeugungen teilen, die für mich im Jahr 2026 und darüber entscheidend sind. Nicht als Trends, sondern als robuste Entwicklungen, die ich täglich in Projekten und Gesprächen erlebe. Sie prägen die Zukunft der Immobilienwirtschaft und machen Gebäude zu einem aktiven Hebel für eine lebenswerte Zukunft.

Die Plattformisierung wird zum strukturellen Standard im Gebäudebetrieb

Als wir aedifion 2017 gegründet haben, war die Vision einer zentralen Cloud‑Plattform als Standardwerk des Gebäudebetriebs visionär. Heute ist sie Realität. Die aktuelle Digitalisierungsstudie des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) und EY-Parthenon zeigt es deutlich: 82 % der befragten Immobilienexperten – vor allem aus klassischen Disziplinen wie Facility, Property und Asset Management – sind überzeugt, dass Cloud-Lösungen und integriert arbeitende Spezialtools sich durchsetzen werden.

Damit verschieben sich die Prioritäten: Datenverfügbarkeit, -qualität und lebenszyklusübergreifende Nutzung rücken in den Mittelpunkt. Gebäude werden zu flexiblen, datengetriebenen Systemen – und „Cloud first“ wird zu einer pragmatischen Haltung, nicht zu einem Trend.

2026 wird das Jahr, in dem Plattformisierung nicht länger im Strategiepapier steht, sondern im technischen Alltag ankommt. Lasst uns diese Entwicklung nutzen, um Gebäude endlich datenbasiert, effizient und transparent zu betreiben.

Generative KI wird operative Prozesse im Gebäudemanagement grundlegend verändern

Ich habe 2025 häufig darüber gesprochen, dass generative KI kein Zusatztool, sondern ein struktureller Hebel im Gebäudebetrieb ist. Auf der EXPO REAL konnten wir mit unserem AI Assistant zeigen, wie sich diese Technologie den Alltag der Menschen erleichtert, die jeden Tag dafür sorgen, dass diese Gebäude funktionieren.

Die Stärke dieser Technologie liegt nicht in der Faszination am Neuen, sondern in der Wirkung: Wissen wird schneller zugänglich, Prozesse werden transparenter, Entscheidungen fundierter und Störungen früher erkannt und behoben. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das keine nette Ergänzung mehr, sondern eine Notwendigkeit.

2026 wird das Jahr, in dem generative KI nicht mehr experimentell wirkt, sondern selbstverständlich wird – in jedem Gebäude, in jedem Team. Lasst uns diese Chance ergreifen und sie zum zentralen strategischen Werkzeug eines modernen Gebäudebetriebs machen.

Die Dekarbonisierung wird weiter voranschreiten – datengetrieben und mit digitaler Ertüchtigung als Kern

Wenn politische Stimmen behaupten, Dekarbonisierung sei zu teuer, dann widerspreche ich entschieden. Denn der Markt zeigt ein anderes Bild und preist Nachhaltigkeit längst ein: Fossile Wärmeerzeugung verteuert sich durch CO2-Abgaben. Gebäude mit schlechten Emissionsprofilen verlieren an Wert. Energiepreise folgen klaren physikalischen und ökonomischen Gesetzen, wie man am Beispiel dynamischer Stromtarife sieht. Und erneuerbare Energien sind heute nicht Symbolpolitik, sondern die kostengünstigste Form der Stromerzeugung. Prognosen zufolge werden bis 2030 rund 95 % der globalen Erneuerbaren Zubauten auf Solar und Wind entfallen, weil deren Stromgestehungskosten in den meisten Ländern weit unter fossilen Alternativen liegen.

Für Gebäude heißt das:

  • Systematische Effizienz durch datenbasiertes Monitoring
  • KI-gestützte Analysen und vorausschauende Optimierung des Betriebs
  • Konsequente Elektrifizierung der Wärmeversorgung
  • Flexibles Lastmanagement und leistungsstarke Speicher
  • Eine intelligente Vernetzung mit dem Energiemarkt

Diese Ansätze sind keine Zukunftsmusik aus dem Dunstkreis europäischer Hörsäle und Forschungseinrichtungen, sondern praxiserprobte Werkzeuge, die entlang des Dekarbonisierungspfades überzeugende Ergebnisse liefern. Selbst wer nicht an den Klimawandel glaubt, profitiert ökonomisch von Effizienz.

2026 sollte nicht die Frage im Raum stehen, ob wir unseren Gebäudebestand dekarbonisieren, sondern wie konsequent wir es tun. Lasst uns digitale Werkzeuge nutzen, um Dekarbonisierung sichtbar, messbar und wirtschaftlich erfolgreich umzusetzen.

Die Flexibilität von Gebäuden wird zur Schlüsselressource im Energiesystem

Wir erleben derzeit einen Wandel, der still beginnt, aber das Energiesystem grundlegend verändert: Energieflüsse verlaufen zunehmend dezentral, volatil und dynamisch. Die Elektrifizierung der Wärmeversorgung ist längst in vollem Gange. Für Gebäude eröffnet das enorme Potenziale.

Jedes Gebäude besitzt Flexibilität durch thermische Speicherkapazitäten, Lastverschiebungsmöglichkeiten, Eigenstrompotenziale. Wer diese Flexibilität nutzt, etwa durch Demad Side Management, dynamische Stromkostenoptimierung oder durch den Einsatz von Gebäuden als Energiespeicher, senkt Kosten, entlastet Netze und steigert die Energieeffizienz. Photovoltaik, Wärmepumpen, Batteriespeicher und die thermischen Kapazitäten eines Gebäudes lassen sich zu einem stabilisierenden Element des Energiesystems vernetzen. Cloud‑Plattformen für digitale Betriebsoptimierung bringen diese Komponenten zusammen und verbinden sie direkt mit dem Strommarkt.

2026 wird das Jahr, in dem diese Flexibilität nicht nur als Konzept existiert, sondern im Gebäudebetrieb aktiv genutzt wird. Lasst uns diese Chance nutzen und Gebäude zu aktiven Teilnehmern eines stabilen, nachhaltigen Energiesystems machen.

Fazit: Jedes Gebäude zählt!

Alle vier Überzeugungen weisen in dieselbe Richtung: Der Gebäudesektor wird digitaler, und stärker in das Energiesystem eingebunden sein als je zuvor. Wenn ich auf 2026 und darüber hinaus schaue, sehe ich nicht mehr die Blockaden, die die Immobilienbranche in der Vergangenheit aufgehalten haben. Ich sehe Potenziale: wirtschaftliche, ökologische, technologische.

Wir haben längst alles, was wir brauchen: Technologien, Daten, Beispiele, erfolgreichen Betrieb. Jetzt geht es darum, das Offensichtliche zu tun: Unsere Immobilien nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung sehen.

Wir bei aedifion haben uns dieser Aufgabe verpflichtet und lassen kein Gebäude zurück. 2026 ist das Jahr, in dem wir diese Transformation gemeinsam umsetzen.

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