Regulatorik

Neue Kostenaufteilung bei CO2-Preis: Übergangsphase für Nichtwohngebäude

Mit dem lang diskutierten Gesetz zur Aufteilung der Kohlendioxidkosten, kurz CO2KostAufG, will die Bundesregierung ab Januar 2023 bessere Anreize zur energetischen Gebäudesanierung und eine gerechtere Verteilung der CO2-Kosten zwischen Mietenden und Vermietenden schaffen. Für Nichtwohngebäude gilt vorerst eine 50:50-Aufteilung der Kosten.

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Was sind CO2-Kosten?

Die CO2-Kosten, umgangssprachlich auch CO2-Steuer genannt, gibt es in Deutschland seit Januar 2021. Sie sind Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung und sollen den Weg ebnen, Treibhausgase zu minimieren und die Klimaziele zu erreichen. Das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) regelt den Preis für verbrennungsbezogene CO2-Emissionen.

Die CO2-Klimaabgabe hätte 2023 eigentlich von 30 auf 35 Euro pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid erhöht werden sollen. Aufgrund der anhaltendenden Energiekrise wurde diese Maßnahme jedoch auf 2024 verschoben.

Im Gebäudebetrieb hat die CO2-Bepreisung zum Beispiel steigende Kosten bei der Beheizung zur Folge. Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz soll ab Januar 2023 einen weiteren Anreiz bieten, die Effizienz im Gebäudebetrieb zu steigern und gleichzeitig im Endverbrauch weiterhin Energiekosten einzusparen.

Gebäude: Verursacher oder Lösung des Problems?

Das Einsparpotenzial im Gebäudesektor ist enorm: In Deutschland verursacht der Betrieb von Gebäuden etwa 35 Prozent des Energieverbrauchs und 30 Prozent der CO2-Emissionen. Hierin sind nur direkte Emissionen berücksichtigt, also nicht die, die zusätzlich durch die Nutzung von Strom und Fernwärme entstehen. Außerdem zählen in die Berechnung neben den privaten Haushalten nur die Bereiche Gewerbe, Handel und Dienstleistung, also keine Industriebetriebe.

Der Global Status Report for Buildings and Construction des UN-Umweltprogramms macht den Nachholbedarf im Gebäudebetrieb noch deutlicher: Global haben die CO2-Emissionen von Gebäuden im Jahr 2021 einen neuen Höchststand von zehn Gigatonnen erreicht.

Nachhaltiges Bauen und die Optimierung der Gebäudeeffizienz sind maßgebliche Weichen auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele. Mit dem CO2KostAufG soll nun bewirkt werden, dass auf der einen Seite Vermietende in die Sanierung ihrer Gebäude investieren und die Mietenden auf der anderen Seite weiterhin für Energiekosteneinsparungen sensibilisiert werden.

Wie werden die CO2-Kosten zukünftig verteilt?

Das CO2KostAufG soll eine faire Verteilung der Kohlendioxidkosten ermöglichen. Bislang trugen die Mieter:innen in Wohngebäuden die CO2-Kosten alleine. Dies soll zukünftig nur bei besonders energieeffizienten Gebäuden der Fall sein. Je schlechter die energetische Qualität eines Gebäudes, desto größer der Anteil, den die Vermietenden beitragen müssen. Die Aufteilung der Beträge wird in einem 10-Stufen-Modell festgelegt. Ausnahmen bilden unter anderem Gebäude, die durch den Denkmalschutz nicht vollumfänglich saniert werden können.

Gilt das Stufenmodell für Zweckbauten?

Nein, bei Nichtwohngebäuden gilt vorerst eine Pauschallösung. Hier werden die Kohlendioxidkosten hälftig geteilt. Vermietende und Mietende können, sofern beide Parteien einverstanden sind, einen Ausgleich, beispielsweise über die Mietkosten, vereinbaren.

Die 50:50-Kostenaufteilung ist laut Gesetzestext jedoch nur eine Übergangslösung. Auch in Nichtwohngebäuden wird es ein vergleichbares Stufenmodell geben. Um dieses Stufenmodell umzusetzen, fehlt derzeit allerdings noch eine aussagekräftige Datengrundlage. Bis 2024 werden entsprechende Daten zu Größe, Nutzungsart und Verbrauch von Nichtwohngebäuden gesammelt, um 2025 das Modell zu finalisieren.

Ausnahmen gibt es auch in der Regelung für Zweckbauten: Bei Gebäuden, in denen nur ein Teil der Fläche gewerblich genutzt wird, gilt das 10-Stufen-Modell für Wohngebäude.

Gebäude einfach besser machen

Egal, wie das Stufenmodell für Nichtwohngebäude 2025 ausfällt: In zahlreichen Bestandsgebäuden besteht das Potenzial, bis zu 40 Prozent CO2-Emissionen einzusparen. Dieses Potenzial kann durch eine Analyse des Gebäudebetriebs aufgedeckt werden. Bei der Analyse hilft die aedifion Cloud-Plattform. Gebäudeverwalter:innen und Eigentümer:innen erhalten durch die intelligente Gebäudeanalyse eine ganze Reihe an Handlungsempfehlungen, wie ihre Gebäude dank künstlicher Intelligenz effizient automatisiert werden können.

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CEO und Co-Founder der aedifion GmbH Johannes Fütterer

Johannes Fütterer

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