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Explodierende Gaspreise – Wie die Krise jetzt zur Chance werden kann

Hohe Energiepreissteigerungen sind derzeit das Resultat der angespannten Gasversorgungslage in Deutschland. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien spielt die optimierte Nutzung von Energie in Gebäuden sowie die Betriebsoptimierung in öffentlichen, wirtschaftlichen und industriellen Einrichtungen eine ausschlaggebende Rolle, um schnell und effizient Energie einzusparen.

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Hohe Energiepreissteigerungen

sind derzeit das Resultat der angespannten Gasversorgungslage in Deutschland. Ein Gasmangel im kommenden Winter wird immer wahrscheinlicher. Bundeswirtschaftsminister Habeck hat am 23. Juni 2022 die Alarmstufe ausgerufen. Russland drosselte zuletzt die Gaslieferung durch die Pipeline Nord Stream I auf nur noch 20 Prozent. Die jetzt beschlossene Gasumlage und die Senkung der Mehrwertsteuer auf den Gasverbrauch sollen sowohl die Endkunden als auch die Gas-Importeure entlasten. Neben Einsparungen und zusätzlichen Gaslieferungen ist jedoch eine langfristige Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen unabdingbar und die oberste Priorität in der Krise.

Laut dem Statistischen Bundesamt war importiertes Erdgas im Mai 2022 bereits um 235,6 Prozent teurer als im Vorjahr.

Was passiert im Notfall?

Die Notfallstufe kann nur durch Verordnung der Bundesregierung ausgerufen werden. Sollte es zu Versorgungsengpässen kommen, werden die kritische Infrastruktur und private Haushalte priorisiert versorgt. Früh mit Einschränkungen rechnen muss die Industrie. Vor den Folgen solcher Einschränkungen warnt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW): Wenn sich im Herbst der Gaspreis verdoppelt, könnte die Inflation im kommenden Jahr um bis zu 4 Prozentpunkte steigen und mehr als 300.000 Menschen ihren Job verlieren. Dabei sind komplette Produktionsausfälle noch gar nicht berücksichtigt.

Die Krise als Chance nutzen

Die Sommermonate werden nun von Politik und Wirtschaft intensiv dazu genutzt, kurzfristige Einsparpotenziale aufzudecken, Umlageverfahren einzuleiten, Bezuschussungen zu prüfen, aber auch langfristige Wege aus der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen einzuschlagen.

  • Beispielsweise werden sogenannte LNG-Terminals geplant, die Flüssigerdgas ins deutsche Gasnetz einspeisen sollen.
  • Eine weitere Alternative zum Heizen mit Gas ist Wasserstoff. Dieser kann aktuell allerdings noch nicht über die bestehenden Gasnetze transportiert werden. Die Möglichkeiten eines Umbaus der Netze, um grünen Wasserstoff aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar zu importieren, werden derzeit geprüft.
  • Zudem plant die Bundesregierung eine Wärmepumpen-Offensive mit jährlich 500.000 neuen Pumpen bundesweit ab 2024.
  • Umstritten ist die Maßnahme, wieder verstärkt Kohlekraftwerke zur Stromerzeugung zu nutzen, um Gas für den Winter einlagern zu können.

Was Unternehmen, Einrichtungen und Immobilienbesitzer jetzt tun können

Während im Stromsektor regenerative Energien bereits 50 Prozent ausmachen, ist die Wärmewende weiterhin der Nachzügler, denn der regenerative Anteil liegt hier laut Heinrich Böll Stiftunglediglich bei 15 Prozent. Der Ukrainekrieg hat die Notwendigkeit einer Beschleunigung im Umdenken, die bereits im Rahmen des Klimaschutzes deutlich formuliert wurde, nun dramatisch erhöht. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien spielt die optimierte Nutzung von Energie in Gebäuden sowie die Betriebsoptimierung in öffentlichen, wirtschaftlichen und industriellen Einrichtungen eine ausschlaggebende Rolle. Unternehmen, Vermieter und öffentliche Einrichtungen haben mehrere kurz-, mittel- und langfristige Stellschrauben, um zu den Vorreitern in der Wärmewende zu gehören:

  • Die Beschleunigung der Digitalisierung und der Einsatz von KI können bereits mittelfristig 40 Prozent Energie und damit Betriebskosten sowie CO2 einsparen. Mit dem smarten Einsatz von Daten kann ein Gebäude schnell nachhaltiger und effizienter betrieben werden. Hier gibt es zahlreiche Plug and Play Software-Lösungen, um Ressourcen zu sparen.
  • Der Einsatz von regenerativen Energien macht unabhängig von Rohstoffimporten. Nachhaltiger betrieben werden Gebäude, Wohnanlagen oder Bürokomplexe beispielsweise mit Wärmepumpen. Eine Umrüstung von Bestandsgebäuden wird zudem gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
  • Unternehmen sollten je nach Möglichkeit ihre Fuel-Switch-Möglichkeiten prüfen. Stellenweise stehen noch Heizöltanks oder Brenner zur Verfügung, die neben Gas auch andere Brennstoffe verfeuern können. Auch Kohle- oder Holzfeuerung können kurzfristige Übergangslösungen sein. Die rechtlichen Anforderungen sind allerdings komplex und Unternehmen sollten sich frühzeitig mit der Rechtslage und den technischen Hürden vertraut machen. 

Der Wärmepumpen-Boom und seine Hürden

154.000 Wärmepumpen wurden 2021 installiert und deutlich mehr dürften es in diesem Jahr werden. Die umweltschonende Art der Wärmeerzeugung macht unabhängiger von fossilen Energieträgern. Sie sind unter den richtigen Bedingungen hocheffizient, produzieren vor Ort keine Emissionen, können mit grünem Strom betrieben werden und steigern den Immobilienwert. Neben all den guten Gründen für die Wärmepumpenoffensive gibt es derzeit aber auch Hürden am Markt:

  • Personal- und Materialmangel erschweren die Umstellung immens. Die Wartezeiten können mancherorts bis zu einem Jahr oder länger betragen.
  • Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, muss ein verstärktes Weiterbildungsangebot geschaffen und die Ausbildung angepasst werden. Weiterhin lohnt sich der Einsatz von digitalen Tools, um die Umsetzung schneller voranzutreiben und Arbeitskräfte hier zu entlasten. 
  • Laut dem Branchenverband BNE braucht es zudem Entlastungen beim Strompreis und einen Förderstopp für Gasheizungen. Letzteres ist bereits in der Umsetzung.
  • Erst ein schnelles Voranbringen der Digitalisierung und der Einsatz von KIkann das volle Einsparungspotenzial im Wärmepumpeneinsatz ausschöpfen.

Wärmepumpe, ja oder nein?

Dank Wärmepumpen besteht in allen Bereichen die Möglichkeit, eine effiziente und zukunftssichere Technologie nachzurüsten, die Kosten spart, uns unabhängig von fossilen Energieträgern macht und einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz leistet. Die aktuellen Fördermöglichkeiten machen eine Umstellung trotz Wartezeiten noch attraktiver. Eine Kostenabschätzung und eine belastbare Entscheidungsvorlage sind dabei der erste wichtige Schritt. aedifion bietet hier eine Rundum-Begleitung mit Handlungsempfehlungen für die individuelle optimale Heizkostenstrategie. Dazu gehört die Empfehlung zur Dimensionierung der Wärmepumpe auf Basis echter Betriebsdaten sowie die Abschätzung der potenziellen Investitions- und Wärmeversorgungskosten, um die jeweils beste Lösung gezielt herauszuarbeiten.

Noch während man auf die Lieferung der Wärmepumpe oder Photovoltaikanlage wartet, sollte die Zeit für die Umsetzung von Maßnahmen der Betriebsoptimierung genutzt werden.

Alle Informationen, wie Sie Ihre Immobilie zukunftssicher machen können, finden Sie hier.

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CEO und Co-Founder der aedifion GmbH Johannes Fütterer

Johannes Fütterer

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